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In der Kirche "Unsere Liebe Frau von Fatima" in Salamanca feierte Diözesanbischof Msgr. Carlos Lópes Hernández mit den Mariannhillern und vielen Freunden und Förderen einen festlichen Gottesdienst zu Ehren des Seligen Pater Engelmar

In dem Apostolischen Dekret von Papst Franziskus, in dem er Mariannhiller Missionar Pater Engelmar Hubert Unzeitig CMM und Märtyrer der Nächstenliebe im Konzentrationslager Dachau zum Seligen ernennt, steht geschrieben: „Sein Fest am 2. März, da er in den Himmel eingegangen ist, darf an den vom Recht festgelegten Orten und in der festgelegten Weise jährlich gefeiert werden.“

So luden die Missionare von Mariannhill in Spanien am 2. März 2017 ihre Freunde, Förderer und Wohltäter und ebenso die Priester aus der Diözese von Salamanca ein, um mit ihnen zum ersten Mal dieses liturgische Fest zu Ehren des Seligen Engelmar zu begehen. Der Feier stand der Diözesanbischof Msgr. Carlos Lópes Hernández vor. Sie fand am Abend des festgelegten Tages in der Pfarrkirche Unserer Lieben Frau von Fatima in Salamanca statt.

Zu Beginn dieser Feier segnete der Bischof eine farbige Holzfigur des Seligen Engelmar. Die Schnitzarbeit war vor acht Jahren in der Tschechischen Republik angefertigt worden und wurde kürzlich erst von einem Künstler aus Salamanca, Francisco Orejudo Alonso, farbig gefasst. Die Holzfigur zeigt den Seligen Engelmar in der typischen Häftlingskleidung der nationalsozialistischen Konzentrationslager. Unter der Gefängniskleidung schaut das Ordenskleid der Missionare von Mariannhill hervor. Der Selig hält ein Stück Brot in seinen Händen. So repräsentiert diese Figur  in hervorragender Weise das Leben und Wirken dieses neuen Seligen: Ein Gefangener in einem Konzentrationslager; ein Missionar mit einem Stück Stacheldraht als Zeichen seiner Gefangenschaft; einen Engel der Nächstenliebe mitten in der Hölle von Dachau.

Nach der Segnung weihte der Bischof die Figur mit Weihwasser und Weihrauch. Danach platzierten junge Missionare von Mariannhill rote Blumengebinde rund um die Statue des Seligen.

Die Gebete zum Seligen Engelmar wurden mit dem Tagesgebet seiner Messe eröffnet:

„Allmächtiger, ewiger Gott, du hast dem seligen Märtyrer Engelmar die Gnade geschenkt, inmitten der Grausamkeit der Gefangenschaft deine barmherzige Liebe zu bezeugen. Gib auch uns auf seine Fürsprache die Kraft, die Schwestern und Brüder mit Hingabe zu lieben und ihnen voll Erbarmen zu dienen. Seliger Pater Engelmar bitte für uns.“ Amen.

Die biblischen Texte stammen aus der Liturgie-Feier seiner Seligsprechung am 24. September 2016 im Würzburger Kiliansdom. Die erste Lesung wurde aus dem Buch der Weisheit entnommen (Weish 3, 1-9). Als Antwortpsalm wurden Verse aus dem Psalm 27 benutzt. Die Zweite Lesung stammt aus dem Ersten Petrusbrief (1 Petr 3,14-17). Als Evangelium wurden aus dem Letzten Kapitel des Matthäus-Evangeliums die Verse zitiert, in denen der Herr seinen Jüngern ihren Missionsauftrag erteilte (Mt 28,16-20).

In seiner Predigt ging der Bischof auf die beeindruckenden Meilensteine aus dem Leben des neuen Seligen ein und wies darauf hin, wie in der Hölle des Konzentrationslager von Dachau der Selige Märtyrer Engelmar zu einem Engel für seine Mitgefangenen wurde. Er unterrichtete die Neuankömmlinge; ermunterte die Schwachen; kümmerte sich um die Verzweifelten; teilte sein Essen mit denen, die nichts hatten; bettelte um Hilfe für die am meisten Benachteiligten; redete über Gott und lehrte den Katechismus etc. Dies war auch der Weg, auf dem er, obschon als Gefangener, zu einem guten Missionar von Mariannhill wurde. Der Bischof erklärte aber auch, wie das Leben des Seligen Engelmar ein gutes Beispiel für das Ostergeheimnis Christi ist und es geradezu in ihm erfüllen würde. Mit anderen Worten: Wer sein Leben hingibt, gewinnt die Liebe und zwar für alle Ewigkeit.

Der Familienname des neuen Seligen – Unzeitig – verweist nach den Worten des Bischofs auf ein weiteres Geheimnis des österlichen Glaubens hin. Unzeitig hat im Deutschen die Bedeutung, dass etwas außerhalb der Zeit passiert. Im Bezug zum Beispiel auf Produkte der Landwirtschaft würde es für unreife und noch nicht ausgereifte Früchte stehen. Ist es nicht laut dem Bischof so, dass auch wir etwas als unfruchtbar und unzeitgemäß bezeichnen, dieses aber von Gott als ausgereift und vollendet dargestellt wird.

In den weiteren Gebeten der Gläubigen wurden Fürbitten vor Gott getragen: Zum Einen, dass wir die Liebe zu Gott in unserem alltäglichen Leben aufscheinen lassen; des Weiteren, dass wir das missionarische Handeln des Seligen Engelmar auch in unserem Apostolischen Auftrag durchscheinen lassen; als weiteres Anliegen sollen wir im Blick auf die Hilfsbereitschaft des Seligen Pater Engelmar ermutigt werden, ihm in seinem Beispiel zu folgen; auch dass wir angesichts von Leiden und Versuchungen wie der Selige Engelmar unser Vertrauen in Gott nicht verlieren; und schließlich dass wir eingedenk des kurzen Lebens des Seligen unsere persönliche Berufung leben.

Während der Gabenprozession wurden drei ausgesuchte Symbole, die in Beziehung zum Leben des Seligen stehen, zum Altar gebracht: ein Herz, ein Laib Brot sowie ein Stück Stacheldraht. Dabei symbolisierte das Herz die bedingungslose Liebe, die den Seligen Engelmar in all seinem Tun auszeichnete und ihm letztlich den Titel „Engel von Dachau“ verlieh. Das Stück Brot steht für seine Opfer- und Hilfsbereitschaft, die ihm den Beinamen „Missionar der Barmherzigkeit“ zutrug. Das Stück Stacheldraht symbolisierte seine bedingungslose Opferbereitschaft für die Kranken und Sterbenden einzutreten und verlieh ihm letztlich den Titel „Märtyrer der Nächstenliebe“.

Am Ende des festlichen Gottesdienstes dankte Pater Lino Herrero Prieto CMM, Regionaloberer der Missionare von Mariannhill in Spanien, allen, die an dieser bewegenden Eucharistiefeier teilgenommen hatten. Er wies ferner darauf hin, dass die Heiligen und Seligen Oasen des Friedens sind, die Gott in der Wüste unseres Lebens uns zur Seite stellt. So können wir in diesen Oasen zur Ruhe kommen und Kraft tanken, um unseren Pilgerweg fortzusetzen. Der Selige Engelmar lehrt uns dabei drei Dinge: Gott lässt uns nicht allein, auch wenn wir durch Schwierigkeiten gehen. Daher dürfen wir uns auch in solchen Situationen nicht von Gott abwenden. Zweitens sollten wir uns unserer Taufgnade bewusst sein und sie auch in unserem weiteren Leben verwirklichen. Zum Dritten können wir Zeugnis für das Evangelium ablegen, egal in welchen Lebensumständen wir uns befinden.

Pater Lino beendete diesen Gottesdienst mit der Einladung zum persönlichen Gebet zum Seligen Engelmar vor der Statue, die in der Hauskapelle der Mariannhiller in Salamanca ihren Platz gefunden hat. Damit endete die erste Feier zu Ehren des Seligen Engelmar in Salamanca und hinterließ in den Herzen der Anwesenden großen Frieden und die Sehnsucht, dem Leben des Seligen nachzueifern. 

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