header
Provinzial Pater Michael Maß feiert mit zahlreichen Gläubigen einen Gedenkgottesdienst anlässlich des 70. Todestages von Pater Engelmar Unzeitig

In der Krypta der Würzburger Herz-Jesu-Kirche haben sich am Montag, 2. März, viele Menschen eingefunden, um des 70. Todestages von Pater Engelmar zu gedenken. Unter den zahlreichen Gläubigen war auch eine große Anzahl von Angehörigen der Würzburger Ackermann-Gemeinde. In seiner Predigt erinnert Provinzial Pater Michael Maß an das Schicksal des Mitbruders, der am 2. März 1945 im KZ-Dachau starb. Pater Michael sagte unter anderem: "Pater Engelmar war überzeugt: Gott ist da! Auch hier in der Grausamkeit des KZ. Aus dem Bewusstsein dieser Nähe – der Liebe Gottes – hat er sein Priestersein gelebt. Gott war seine Kraft für so vieles, was er im KZ getan hat: Die Sorge um die Hungernden, mit denen er geteilt hat; die Sterbenden, denen er Beistand und die Sakramente spendete; die russischen Mithäftlinge, denen er den Glauben verkündet hat und schließlich die Pflege der Kranken und Sterbenden in der Typhusbaracke – sein sicheres Todesurteil!"
Dies werde auch in seinen Briefen deutlich, die Pater Engelmar im KZ Dachau verfasste, heißt es doch da: „Gott lenkt alles in wunderbarer Weisheit. Wir wissen nur nicht oft sofort, wozu alles gut ist.“ Oder: „Der Gedanke an Gottes Wille, der ja reinste Güte und Liebe ist, ist ja die stärkste und oft wirklich einzige Kraftquelle.“
In der heutigen Zeit, so Pater Michael, könne man sich gut ein Beispiel an Pater Engelmar nehmen. Denn dieser sei Beispiel der grenzenlosen Liebe Gottes. "Eine Liebe, die jedem gilt. Eine Liebe, die an jedem Ort gelebt werden kann – egal unter welchen Umständen. Ja noch mehr: die sogar gelebt werden MUSS, vor allem in unserer jetzigen Zeit, in der Verfolgung, Mord und Terror Angst und Schrecken verbreitet. Die Liebe leben - genau das ist doch der Auftrag des Evangeliums. Der Auftrag Christi selbst, der in seinem Evangelium aufscheint und gegenwärtig ist. Der in einem solch gelebten Zeugnis anwesend ist. Der in seinen Heiligen aufleuchtet. Es ist der Auftrag, die Liebe Gottes zu ergreifen, aus ihr zu Leben und sie weiterzugeben. Zu der Zeit und an dem Ort, wo ich lebe!"
Im Anschluss an den Gottesdienst versammelte sich die Gemeinde an der letzten Ruhestätte von Pater Engelmar Unzeitig in der Herz-Jesu-Kirche zum gemeinsamen Gebet und Lobpreis.

Der Text des Gebets am Grab von Pater Engelmar lautete:

Herr, du hast deinen Diener Pater Engelmar
zum Zeugen des Glaubens berufen.
Im KZ Dachau hast du ihn
mit unbeirrbarem Glauben
und festem Vertrauen erfüllt.
Schenke auch uns diese Gnade.
Lass uns in unserem Leben
stets auf deine liebende Gegenwart
und Vorsehung vertrauen.
Schenke uns echte Nächstenliebe,
damit wir, wie Pater Engelmar,
Zeugen deiner Liebe und Barmherzigkeit werden.
Darum bitten wir,
durch Christus, unseren Herrn. Amen.

­