header
Filmvortrag von Pater Andreas Rohring CMM in der Pfarrei Mühlstetten

Durch lange Vorbereitungszeit  und vielen fleißigen Helfern wurde der Abend am 08.10.2016 in der katholischen Kirchengemeinde Mühlstetten durchgeführt. Uns wurde ein Film gezeigt, der das Leben, Leiden und Sterben des  Mariannhiller Missionars Pater Engelmar Unzeitig porträtierte.

Pater Engelmar, der am 24.09.2016 im Dom zu Würzburg seliggesprochen wurde, trat als Spätberufener 1928 in den Orden der Mariannhiller Missionare ein. Nach dem Abitur am 18.03.1934 begann er sein Noviziat am 30.04.1934 in den Niederlanden. Seelsorgerisch durfte er in Riedegg/Österreich und Glöckelberg/ Böhmerwald wirken. Er bekam die Abneigungen derjenigen zu spüren, die auf der Seite der Nationalsozialisten waren. Gar manche versuchten durch Engagement bei den Parteihöchsten Gefallen zu finden. Aufgrund einer Äußerung, wurde er von einem Hitlerjungen, an seinen Vater der bei der NSDAP-Partei war, denunziert. Pater Engelmar wurde am 21.04.1941 von der Gestapo verhaftet und ohne Gerichtsverfahren am 03.06.1941 in das Konzentrationslager Dachau deportiert.

Er erlebte die Grausamkeit der Lagerhaft und die unmenschliche Behandlung. Er war dort nicht mehr Pater Engelmar, sondern nur Häftlingsnummer 26147 – kein Name sondern Nummer, die auswechselbar war. Starb ein Häftling mit einer Nummer, die auf seinem Arm eingraviert war, bekam ein anderer diese Nummer.

Im Januar 1945 trat Flecktyphus in den Krankenbaracken aus. Die Pflegschaft, die meist aus Kommunisten bestand, weigerten sich die Todkranken zu behandeln. Nun wurden Freiwillige gesucht, die in den Krankenbaracken Dienst verrichten sollten. Insgesamt 20 Häftlinge, die Priester waren, meldeten sich. Sie gingen das Risiko ein, selbst an der Krankheit zu sterben.

Pater Engelmar meldete sich gleich unter den Ersten. Er sah dort eine Möglichkeit seiner Berufung als Priester zu folgen. Pater Engelmar spendete die Krankensalbung und hörte Beichte. Am 02.03.1945 starb er infolge der Ansteckung.

Rückblickend sagten viele seiner Leidensgenossen aus dieser Zeit, dass er in Mitte dieser menschlichen Kälte, Liebe und Wärme gegeben hat. Er gab auch von seiner kargen Essensration an anderen Mithäftlingen ab. Liebe verdoppelt eben Kräfte.

­